Archiv der Kategorie: Allgemein

Was macht eigentlich unser ehemaliger Partner von der RUB?

Sie wollen ergründen, wie sich Windräder gegenseitig beeinflussen: Florian Bendrat, Frederik Einwächter und Constantinos Sourkounis (von links) © RUB, Marquard

Mit der Ruhruniversität Bochum, speziell mit dem Institut für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik, hat uns bis zum März 2015 ein gemeinsames Projekt verbunden. Das Thema Alltagstauglichkeit von Elektromobilität – Langstreckeneignung und -Akzeptanz hat uns damals beschäftigt. Mit unserem neuen Ampera-e ist das Problem der Langstreckentauglichkeit batterieelektrischer Autos inzwischen gelöst. Was machen Prof. Constantinos Sourkounis und sein Team heute? Es geht um die Beziehungen der Windräder.

„Windkraftanlagen in Windparks arbeiten nicht isoliert voneinander. Wie sie sich gegenseitig beeinflussen, erforschen die Bochumer Ingenieure: Um die Windenergie optimal ausschöpfen zu können, bauen Prof. Dr. Constantinos Sourkounis und sein Team einen Modellwindpark auf. Für dieses „Smart Wind Park Laboratory” werden sie mit rund 4 Millionen Euro aus dem Programm Forschungsinfrastrukturen NRW gefördert.“

Weiterlesen können Sie hier.

Das Autohaus Rüschkamp ist in Sachen E-Mobilität ein echter Vorreiter

Ampera-e im Solarcarport in Lüdinghausen.

Das Autohaus Rüschkamp ist E-Pionier mit Zukunft

Das Autohaus Rüschkamp mit Stammsitz in Lüdinghausen ist im Münsterland und im Ruhrgebiet in Sachen E-Mobilität ein echter Vorreiter: Mit seinen rund 200 Mitarbeitern zeigt das Unternehmen nicht nur, dass nachhaltige Maßnahmen wirtschaftlich erfolgreich sind, sondern auch, wie Elektromobilität im Unternehmen gelebt werden kann. Strom aus Erneuerbaren Energien, ein Netzwerk für Produkte rund um die Energiewende und die Teilnahme an einem Forschungsprojekt zeigen, dass E-Mobilität Motor für den Fortschritt ist. Und damit nicht genug: Der Betrieb hat sich nun neue Klimaschutzziele gesetzt, um sein Engagement weiter auszubauen und Verantwortung zu übernehmen.

Ampera im Solarcarport in Dortmund.

Das 1825 in Lüdinghausen gegründete Familienunternehmen hat fünf Standorte in NRW – Lüdinghausen, Selm, Dortmund, Werne und Lünen. Bereits seit Anfang der 1990er Jahre hat sich das Autohaus der Elektromobilität verschrieben: Neben dem Vertrieb der E-Mobile gehört auch die Wartung und Reparatur in der unternehmenseigenen Werkstatt zu den Aufgaben der Münsterländer.

Effizient und klimafreundlich

Jede Niederlassung stellt ihren Kunden eine kostenlose E-Tankstelle zur Verfügung. Gespeist wird diese aus den PV-Anlagen vom Dach der jeweiligen Autohäuser, denn Elektromobilität wird hier in Verbindung mit Erneuerbaren Energien gesehen. Insgesamt haben die fünf PV-Anlagen eine Gesamtleistung von 400 Kilowatt Peak. An der Niederlassung in Selm ist darüber hinaus ein BHKW installiert und erzeugt klimafreundlichen Strom, der vor Ort genutzt wird. Zusätzlich dazu testet Rüschkamp die Rentabilität eines Batteriespeichers am Standort Werne, um im Anschluss auch die weiteren Filialen entsprechend auszurüsten und so die Effizienz zu steigern. Um den Energieverbrauch zu senken, wurden darüber hinaus alle Standorte frühzeitig auf LED umgerüstet. So konnte allein der Stromverbrauch am Standort Lüdinghausen innerhalb von sechs Jahren um circa 30 Prozent gesenkt werden. Auch in Zukunft möchte der Betrieb Maßnahmen umsetzen, um weitere Einsparungen zu erzielen. Aber auch abseits des Kerngeschäftes setzt sich das Autohaus für den Ausbau der Elektromobilität ein. Um die hierfür nötige Infrastruktur zu stärken, arbeitet Rüschkamp an einem E-Tankstellensystem, das an den Regelenergiemarkt gekoppelt werden und auch Regelleistung zur Verfügung stellen soll.

Netzwerk für Elektromobilität

Mit der Gründung von „enomo“ geht das Unternehmen neue Wege: das Netzwerk informiert und vermittelt Produkte und Dienstleistungen seiner mittelständischen Partner rund um die Themen Energiewende und -autarkie sowie Mobilität. Mit einem begleitenden Blog, will das Unternehmen Informationen zu Erneuerbaren Energien und Elektromobilität einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Auch politisch ist das Unternehmen aktiv: Geschäftsführer Joan Hendrik Rüschkamp machte sich für den Einsatz der „Blauen E-Plakette“ stark. Als Idee in den Bundestag eingebracht, wurde daraus das E-Kennzeichen für E-Fahrzeuge.

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J.H. Rüschkamp                 Foto: Sebastian Wolligandt

Dass eine dezentrale und bürgernahe Energiewende in Verbindung mit Strom speichern, Strom transportieren – durch eine gute Ladeinfrastruktur – und Strom nutzen – in Form von E-Mobilität -, Vorteile für die Schöpfung und damit für uns Menschen, die Fauna und Flora mit sich bringt, ist mein Wunsch seit vielen Jahren.“

Joan Hendrik Rüschkamp, Inhaber des Autohauses 

 

Rüschkamp ist StreetScooter Partner

Der Lange.

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Streetscooter neu bei Rüschkamp

Ziel ist eine Mobilitätswende – GLS-Bank als Kunde und Partner

Partner und Kunde vom Autohaus Rüschkamp und von enomo ist die GLS-Bank. Angefangen hat die Kooperation mit der Lieferung von mehreren Peugeot iOn und einem Ampera mit Range Extender. Jetzt kamen die neuen Opel-Ampera-e und Streetscooter hinzu.

Mit dem gemeinsamen Partner EBG Compleo entwickelte die GLS-Bank das Bezahlsystem Giro-e mit der Girocard in speziell dafür entwickelten Ladesäulen (11/22 kW) und Triple-Schnellladesäulen (~50 kW). An diesen Ladesäulen kann man das Laden und Bezahlen durch Davorhalten einer Girocard mit dem Funksymbol erledigen. So einfach war Stromtanken noch nie.

Die GLS-Bank schreibt dazu:

Einfach Bezahlen mit Giro-e

GLS StreetScooter
GLS Vorstand Dirk Kannacher mit StreetScooter

Konkret arbeitet die GLS Bank zurzeit intensiv daran, im ganzen Bundesgebiet an E-Ladesäulen einfaches Bezahlen mit der kontaktlosen GiroCard anzubieten: Karte vorhalten, laden, fertig. Giro-e heißt die Bezahl-Software, die das möglich macht. An unserem Standort in Bochum haben wir sie schon erfolgreich getestet. Vor kurzem hat in Warendorf der erste GLS Kunde eine Schnell-Ladesäule (DC) mit Giro-e in Betrieb genommen. Weitere werden in den nächsten Wochen bundesweit folgen – so soll es möglichst schnell weitergehen.

Christoph Hülsdünker, GLS Mobilitätsreferent
Christoph Hülsdünker, GLS Mobilitätsreferent

„Batteriebetriebene Autos sind ein Teil der Lösung. Und irgendwo müssen sie aufgeladen werden“, erklärt Christof Hülsdünker, Mobilitätsreferent bei der GLS Bank. Nur die Lademöglichkeiten fehlen häufig. Mittlerweile kommt auf neun E-Autos eine Ladesäule, allerdings ist in den Städten die Dichte deutlich höher als auf dem Land. Kompliziert ist zudem das Bezahlen. In der Regel schließen die Fahrer*innen eigens einen Vertrag mit dem jeweiligen Betreiber der Ladesäule. Der liefert dafür eine extra „Tankkarte“. „Giro-e macht damit Schluss“, sagt Hülsdünker. „An allen Stationen mit Giro-e kann man den „getankten Strom“ einfach mit der kontaktlosen GiroCard bezahlen.“ Von diesen sind zurzeit 35 Millionen im Umlauf. Nach Umstellung aller Karten auf kontaktlos, wird es zukünftig rund 75 Millionen geben. Mehr barrierefreies Ad-Hoc-Laden, wie es die Ladesäulenverordnung (LSV) verlangt, geht nicht. Beste Voraussetzungen für den Giro-e Ausbau.

Pfarrer erlebten Elektromobilität

 

Frtiedrich Stiller, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, und Joan Hendrik Rüschkamp bei der Begrüßung der Gäste..

Etwa 20 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis Dortmund, der als Evangelischer Pfarrkonvent regelmäßig auch zu gemeinsamen Betriebsbesichtigungen einlädt, hatten sich getroffen, um sich zu informieren über das Thema „E-Mobilität und Energiewende als Chancen im Handwerk – Aktuelle Entwicklungen in der Region“. Den Betriebsbesuch des Pfarrkonvents beim Dortmunder Handwerk hatte die Handwerkskammer Dortmund als Gastgeber organisiert und ins Dortmunder Autohaus-Rüschkamp eingeladen.

Von einer Vision zum elektromobilen Alltag in einem Autohaus.

Nach den Begrüßungsworten hielt Joan Hendrik Rüschkamp einen bebilderten Vortrag zum Thema und spannte einen Bogen vom Beginn des Engagements für Elektroautos und Regenerative Energien vor über 25 Jahren bis hin zu den Entwicklungen der letzten Jahre. In diesem Zusammenhang wurde auch das neue Internetportal „enomo“ vorgestellt.

Elektroautos vor Hansemann in Dortmund-Mengede

Es folgte eine kurze Betriebsbesichtigung, das Wichtigste  war jedoch das eigene „Er-Fahren“ von Elektroautos, denn die Pfarrer*innen hatten bislang nichts oder wenig zu tun mit der momentan stattfindenden Energie- und Mobilitätswende. Mit etlichen organisierten shuttle-Fahrzeugen von Opel, Mitsubishi, Smart und Tesla wurden sie zum Bildungszentrum Zeche Hansemann gefahren, wo sie für eine Stunde Gäste beim Westfälischen Energieforum waren. Dort ging es um die Schwerpunkte „Digitalisierung in der Energieversorgung“ und „Elektromobilität“. Anschließend wurden sie mit den Elektroautos wieder zum Parkplatz am Autohaus gefahren. Sie hatten wirklich eine neue Er-fahrung in einem für sie fremden Bereich gemacht und bedankten sich herzlich.

Ladeverluste sollte man minimieren

Energieberater Sven Hoffmann an seinem heimischen Ladegerät, einer Opel-Wallbox. Er ist Ampera-Fahrer mit Sachkenntnis und Leidenschaft. Foto: Matthias Münch

ecomento.de – Der tatsächliche Energieverbrauch eines Elektroautos ist oft ein Diskussionsthema und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab – wie etwa Fahrweise, Witterung und zugeschaltete Verbraucher. Zudem ist es so, dass mehr Strom geladen werden muss, als nominell in den Akku passen würde – wegen Verlusten beim Laden.

Ladeverluste

Die genannten beiden Verbrauch-Sichtweisen (was fließt durch den Zähler – was landet im Akku? Anm. des admin) weichen e-auto.tv zufolge “deutlich voneinander ab, je nach Fahrzeug, Witterung und anderer Außeneinflüsse um zehn bis 30 Prozent”. Von den Ladeverlusten sind alle Elektroautos betroffen. Ein kürzlich von e-auto.tv durchgeführter Stichprobentest beim BMW i3 hat “laut Bordcomputer zu einem Verbrauch von 12,8 kWh/100 km geführt, tatsächlich mussten per Schuko-Steckdose 15,5 kWh nachgeladen werden, eine Abweichung von 21 Prozent.”

Die Ursachen für Ladeverluste sind vielfältig. Eine Rolle spielen etwa die Temperatur des Akkus, Leitungslängen und -querschnitte. Auch die Art des Ladens beeinträchtigt die Effizienz: Eine Schnellladung führt demnach zu höheren Defiziten als eine mehrstündige Normalladung.

https://ecomento.de/ratgeber/technik-im-elektroauto-verbrauch-ladeverlust-und-wirkungsgrad/

Mein Tipp: wenn es irgendwo warm wird beim Laden, erkennt man die Stelle des Verlusts durch Wärmeabgabe. Man sollte größere Leitungsquerschnitte wählen, auf jeden Fall auf gut verschraubte oder gequetschte Kontakte achten und evtl. mit geringerer Stromstärke laden.  Aber keine Angst, wenn Sie einen Stecker oder eine Leitung längere Zeit anfassen können, besteht keine Gefahr. Wenn Sie im Winter mit dem Verbrenner fahren und das Auto schnell muckelig warm wird, dann erleben Sie hautnah 60 Prozent Wärmeverlust beim fossilen Antrieb.

Oldtimer-Rallye trifft bei der Mittagsrast bei Rüschkamp auf Elektroautos

WN am 7.5.18: Am Samstagmittag haben sich bei bestem Wetter zahlreiche Schaulustige auf dem Gelände des Autohauses Rüschkamp eingefunden. Nach und nach treffen die Teilnehmer der ersten „Münsterländer Schlösser- und Burgen-Rallye“ der Rotary Clubs Lüdinghausen und Dülmen ein, um eine Mittagspause einzulegen.

Die Oldtimer machten im Rahmen ihrer „Münsterländer Schlösser- und Burgen-Rallye“ zur Mittagszeit Pause am Autohaus Rüschkamp in Lüdinghausen.                    Foto: Arno Wolf Fischer

Die Oldtimer wurden ebenso bestaunt wie einige Elektrofahrzeuge.                         Foto: Arno Wolf Fischer

„Ich sehe es als meine Aufgabe an, für Elektromobilität zu sorgen.“                Joan Hendrik Rüschkamp

 An diesem Tag soll der Blick nicht nur in die Vergangenheit gelenkt werden. Unter dem Motto „Vergangenheit trifft Zukunft“ sind auch einige Elektroautos zu sehen. So sind etwa ein Opel Ampera und ein Tesla Model S ebenso zu begutachten wie der „Hotzenblitz“ (Baujahr 1996) von Sylvia Illberger. Besitzer und Interessierte fachsimpeln ausgiebig über Ladezeiten, Reichweite und verfügbare Ladestationen. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, für Elektromobilität zu sorgen und glaube an die Zukunft mit einer bürgernahen dezentralen Energiegewinnung“, betont Joan Hendrik Rüschkamp.

 

Den gesamten WN-Bericht finden Sie hier.

 Hier noch eine Bildergalerie von Matthias Münch:

Am 5. Mai mittags treffen sich Vergangenheit und Zukunft im Autohaus Rüschkamp in Lüdinghausen

Rotary lädt zur 1. Münsterländer Schlösser- und Burgentour

Oldtimer – der Lack ist längst nicht ab

Mittags-Stopp von 12 bis 14 Uhr beim Autohaus Rüschkamp

rotary club oldtimerrallye, v.l. dr. klaus knaup, dr. hans-peter wagner, joan hendrik rüschkamp.  Foto WN, Peter Werth

Lüdinghausen – Verbunden mit einer Spendenaktion für die weltweit von den Rotariern unterstützte Aktion zur Bekämpfung der Kinderlähmung veranstalten die Rotary Clubs Lüdinghausen und Dülmen am 5. Mai eine Oldtimer-Rundfahrt durch das Münsterland. Dabei gehen 88 Veteranen der Landstraße an den Start.

Von Peter Werth, Freitag, 20.04.2018

Die Zukunft wird natürlich nicht mit dem alten Hotzenblitz von Joan Hendrik Rüschkamp repräsentiert, sondern mit dem hoch modernen Opel Ampera-e, der mit einer Reichweite von über 500 km besticht.
Ein Vorführfahrzeug kann man bei Rüschkamp sofort zum Sonderpreis erwerben.

Nie wieder tanken. Ein Testbericht über den Ampera-e im Focus.

Foto: Focus

Der Opel Ampera-e kostet nicht mal die Hälfte eines Tesla, kommt aber fast so weit. Auch Leistung und Platzangebot stimmen, bei der Lenkung gibt es Nachholbedarf. FOCUS Online hat Opels Stromer-Hoffnung getestet.

Testbericht

Nichts geht über das eigene Urteil. Machen Sie selbst eine Probefahrt. Oder leihen Sie sich den Ampera-e mal für ein Wochenende oder eine Woche. Bei uns. Wir machen das möglich.

Elektroautos früher, heute und in Zukunft – Interview mit Manuel Dobratz

Manuel Dobratz, Elektroautoexperte aus Drensteinfurt                                                                    Fotos: Matthias Münch

Seit wann gibt es Elektroautos? Welche Bedeutung haben sie heute? Wie sieht die Zukunft aus? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Drensteinfurter Manuel Dobratz schon seit Jahren. Der gelernte Informatiker ist so tief und umfassend in die Materie eingestiegen wie wenige andere. Zuletzt hielt er Vorträge zur Elektromobilität in der Alten Post in Drensteinfurt, bei der Volkshochschule in Ahlen und beim Heimatverein in Walstedde. Weitere Vorträge bei Volkshochschulen im Münsterland und im Ruhrgebiet sind terminiert. Das Interview mit ihm führte Matthias Münch.

  1. Herr Dobratz, in Ihren Referaten berichten Sie, dass E-Mobile schon vor Autos mit Verbrennungsmotor über die Straßen rollten. Wie war das damals?

Dobratz: Es wird angenommen, dass um 1835 ein schottischer Erfinder Namens Robert Anderson das erste Elektrofahrzeug entwickelte. Das war also 50 Jahre vor Carl Benz 1885. Bis ca. 1920 waren mehr E-Autos auf den Straßen als Benziner. Der Diesel-Pkw kam erst 1937, also vergleichsweise spät. Lademöglichkeiten für E-Autos waren damals ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. Als 1899 erstmals ein E-Auto die 100 km/h Marke knackte, schien es  klar, dass sich diese Technologie durchsetzen würde. Erst durch die Erfindung des elektrischen Starters konnte der Benziner in Sachen Nutzbarkeit aufholen. Das Ankurbeln von Hand war aufwendig und nicht ungefährlich. Also half ein Elektromotor (Anlasser) dem Benziner zum Durchbruch. Das ist wohl die größte Ironie in der Geschichte des Automobils. Aber die Zeiten ändern sich gerade wieder zugunsten des E-Autos.

  1. Welche Vor- und Nachteile hat das Elektroauto gegenüber Benzinern und Dieselfahrzeugen?

Dobratz: Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren produzieren schädliche Abgase. Die verbreitet das Auto dort, wo es fährt. So sind die Menschen diesen Schadstoffen direkt ausgesetzt. Hinzu kommt der große Nachteil, dass der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren sehr klein ist, meist unter 20 Prozent. Der Elektromotor hingegen hat einen Wirkungsgrad von über 90  Prozent. Damit wird fast die gesamte Energie in Vortrieb umgesetzt. Beim Verbrenner ist es  nicht mal ein Fünftel. Das Argument, dass E-Autos auch Abgase hätten, diese aber am Schornstein des Kohlekraftwerkes entstehen, ist nur zum Teil richtig. Denn zum einen braucht ein E-Auto wesentlich weniger Energie als ein Verbrenner  und hat deshalb auch weniger Abgase. Und zum anderen kommt der Strom nur zu einem Teil aus Kohlekraftwerken. Im Übrigen kann auch komplett mit Ökostrom gefahren werden. Das ist die beste Lösung. Dann ist da noch der Krach, der durch den Verbrennungsmotor entsteht. Auch Straßenlärm ist gesundheitsschädlich. E-Autos sind leise und haben ein sehr ruhiges Fahrverhalten.

  1. Wie beurteilen Sie die aktuelle Entwicklung der Elektromobilität weltweit, in Deutschland und vor Ort?

Dobratz: Aktuell tut sich was. Man kann sehen, dass die etablierten Autokonzerne mehr und mehr E-Autos anbieten. Hinzu kommen einige StartUps wie „sonomotors“ aus München. Generell zeigt sich, dass die  Elektromobilität zunimmt, weltweit aber auch regional. Führend ist Norwegen, aber auch China und die USA sind sehr weit. Deutschland ist  hinten in der Rangliste bezogen auf die Neuzulassungen. Das kann sich aber schnell ändern. Auch deutsche Unternehmen können gute Elektroautos bauen. Sogar die Post ist mit ihrem Tochterunternehmen Streetscooter nun unter den E-Autobauern. Sie will ihren kompletten Fuhrpark auf  Strom umstellen. „Die Firma sonomotors aus München hat sogar ein Solarauto entwickelt, das zu seiner 250 km langen Reichweite zusätzlich bis zu 30 km nur mit Strom aus seinen Solarzellen fährt.“  Die Auslieferung startet 2019.

  1. Wie gut ist die Ladeinfrastruktur für E-Autos in den umliegenden Großstädten Hamm und Münster ausgebaut?

Dobratz: Für eine Großstadt wie Hamm ist die  einzige Ladesäule im Zentrum viel zu wenig. Und die steht auch noch in der Tiefgarage am Bahnhof und ist am Wochenende nicht erreichbar. In Münster gibt es rund zwei Dutzend Ladesäulen, die teilweise in den teuren Parkhäusern stehen und schon oft blockiert sind. Auch hier gibt es großen Nachholbedarf, um auf ein vielfach höheres Niveau wie in Städten wie Dortmund oder Düsseldorf zu kommen.

5.  Was können die Kommunalpolitik und die örtliche Wirtschaft in Sachen E-Mobilität tun?

Dobratz: Die Sache kann durch die kommunalen Verkehrsbetriebe gefördert werden, indem sie den Busverkehr auf E-Antrieb umstellen. Das machen immer mehr Städte und Gemeinden. Das lohnt sich gesundheitlich und auch wirtschaftlich, weil der Betrieb deutlich günstiger ist. Nach einiger Zeit amortisiert sich die teurere Anschaffung wegen geringerer Energie- und Wartungskosten. Außerdem sollten mehr Ladesäulen aufgestellt und das Bezahlsystem vereinfacht werden. Da besteht noch großer  Handlungsbedarf. Es ist ebenfalls möglich, dass  eine Gemeinde Elektroautos auf Busspuren erlaubt oder freies Parken für sie ermöglicht. Das sieht das Elektromobilitätsgesetz des Bundes ausdrücklich vor, wenn das Auto ein „E“ am  Ende des Nummernschildes hat.

Zur Info: Die Zulassungszahlen von reinen Elektroautos steigen momentan weltweit rasant an. In Deutschland haben sie sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 12363 auf 25056 mehr als  verdoppelt. Im laufenden Jahr setzt sich der Trend beschleunigt fort. Die Lieferzeiten liegen, je nach Modell, derzeit zwischen vier Monaten und einem Jahr.

Der Experte Manuel Dobratz beim Laden eines Elektroautos an einer E-Tankstelle in Drensteinfurt.