Nachhaltig Energie nutzen – der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel zuliebe.

Glückliche Kundin. Karina Mildner beim Abholen ihres neuen Ampera-e im Dezember 2017 im Lüdinghausener Autohaus Rüschkamp. Im Hintergrund (rot) steht ein Hotzenblitz, das legendäre deutsche Elektroauto aus den 90er Jahren.

Auch er freut sich.  Sven Hoffmann und der elektrische Opel vor dem Haus am Starenweg. Im Hintergrund ist auf dem Dach die kleinere der beiden PV-Anlagen zu sehen.

Senden. Nachhaltig Energie nutzen – der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel zuliebe. Das möchten viele. Am Starenweg in Senden wohnt ein Paar, das genau so lebt. Karina Mildner und Sven Hoffmann wissen, dass Energie- und Verkehrswende die beiden Seiten derselben Medaille sind. Deshalb verbinden sie alles miteinander, was derzeit für Haus und Auto möglich ist. Auf ihrem Einfamilienhaus, ihrem Terrassendach und ihrer Garage produzieren etliche Solarzellen Elektrizität und Wärme. Im Keller steht ein schwerer Blei-Akku als Stromspeicher. Und seit kurzem krönt ein Elektroauto der neuesten Generation das ganze Konzept: ein Opel Ampera-e von der Firma Rüschkamp aus Lüdinghausen. Die beiden Sendener sind also Energie-Pioniere ganz im Sinne der enomo GmbH, dem Partnerunternehmen des Autohauses Rüschkamp. Sie setzen schon jetzt vieles in die Tat um, wofür enomo seine Kunden begeistern möchte: Energie-Autarkie mit regenerativem Strom und schonende Mobilität mit modernen E-Fahrzeugen.

Sven Hoffmann vor den Wechselrichtern seiner beiden Photovoltaikanlagen. Hinter ihm auf dem Kellerboden steht der schwere Blei-Akku zum Stromspeichern.

„Wir erzeugen viel mehr Strom als wir selbst verbrauchen“, erklärt Energieberater Sven Hoffmann. Seine große Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 6 Kilowatt-Peak speist seit zehn Jahren Strom ins Netz ein. Die gut halb so große und vier Jahre alte PV-Anlage dient in erster Linie der Eigenversorgung. Zudem sorgen Thermie-Module auf zwölf Quadratmetern für Warmwasser und Heizung. Gas oder Heizöl sind für das Ehepaar am Starenweg seit Jahren Fremdworte. Seit vier Monaten gilt das auch für Benzin und Diesel.

Der Opel Ampera-e verbraucht im Jahresmittel weniger Strom als die PV-Module auf den Dächern des Ehepaars am Starenweg erzeugen.

Im vergangenen Jahr wurde der Wunsch nach einem sauber fahrenden Auto für beide immer konkreter. „Ich habe mit einem gebrauchten Tesla geliebäugelt“, erinnert sich Sven Hoffmann. „Meine Frau wollte lieber den neuen Ampera. Aber dessen Verkauf wurde  gestoppt, weil Opel den Besitzer wechselte.“ Als die beiden Sendener dann schon ein halbwegs erschwingliches Modell des amerikanischen Edel-Stromers an der Angel hatten, ging der Ampera-e plötzlich doch an den Start. Technisch zog er mit dem Tesla gleich, im Preis blieb er deutlich drunter. Da fackelten Karina Mildner und Sven Hoffmann nicht mehr lange. Am 18. Dezember holten sie ihr blaues E-Auto als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk in Lüdinghausen ab.

„Seitdem macht das Fahren richtig Spaß“, sagen beide. Bis dahin waren Autos für sie nur Mittel zum Zweck. Nun genießen sie das sanfte, leise Dahingleiten. Zudem hat das Ganze eine kommunikative Seite: „Viele Leute kommen, gucken und stellen Fragen zu dem Fahrzeug. Auch Ältere interessieren sich dafür und überlegen nun, ebenfalls auf ein E-Auto umzusteigen.“ Ab und an lockt auch mal die enorme Beschleunigung des Ampera. In der Regel aber fahren beide ganz normal und neuerdings auch um die Wette. Dabei geht es nicht um Tempo, sondern um Reichweite. Jetzt im Sommer liegt Sven Hoffmanns Rekord bei 509 Kilometern mit einer Batterieladung, der seiner Frau gar bei 514 Kilometern.

Diese aktuellen Fotos haben Sven Hoffmann und Karina Mildner im Cockpit ihres Ampera-e geschossen. Im grünen Feld links wird die Reichweite angezeigt, die mit vollen Akkus bei gleichbleibender Fahrweise möglich ist: über 500 Kilometer.

Da beide in Münster beschäftigt sind, reicht das für zehn Pendelfahrten zum Arbeitsplatz. Bei kaltem Temperaturen ist es weniger. Doch auch im Winter waren die 300 Kilometer für eine Tour nach Köln und zurück kein Problem. 40 km standen hinterher noch auf der Anzeige. „Wenn wir noch weiter fahren“, sagt Sven Hoffmann, „dann halten wir eine halbe Stunde an einer Schnellladestation auf der Autobahn. Da ist der Akku zu 80 Prozent wieder voll.“ In Senden tanken sie an der heimischen Opel-Wallbox oder an einer der vier öffentlichen Ladesäulen. Um Elektromobilität zu fördern, bietet die  Gemeinde den Autostrom kostenlos an.

Weil schon die kleinere der beiden Photovoltaikanlagen mehr Strom liefert, als das Paar im Haus verbraucht, wäre der Überschuss ideal für das Auto geeignet. Das steht aber eher nachts da, wenn die Sonne nicht scheint. So wurde auch das Speichern ein Thema. Allerdings ist der Blei-Akku im Keller mit seiner Kapazität von sechs Kilowattstunden nur der Einstieg. Die Batterie im Ampera fasst das Zehnfache. Deshalb denken die beiden Sendener E-Pioniere schon über einen wesentlich größeren Lithium-Ionen-Festspeicher nach. Die Preise dafür bewegen sich deutlich nach unten. „Im Gegensatz zu den Benzinpreisen, die wegen Trumps  Iran-Politik jetzt wieder klettern“, sagt Sven Hoffmann. Damit rechnen sich seine Investitionen noch schneller, wenn auch aus traurigem Anlass.

Bericht und die meisten Fotos von Matthias Münch.

Übrigens: Karina Mildner und Sven Hoffmann engagieren sich schon seit etlichen Jahren in der Agenda21Senden. Diese Umwelt- und Klimaschutzgruppe wird schon seit vielen Jahren vom Autohaus Rüschkamp durch Zurverfügungstellen von Elektroautos beim traditionellen Sendener Maifest unterstützt.

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