3000 Kilometer durch Australiens Outback mit einem Solarauto aus Bochum (und einer Mitarbeiterin im E-Team Rüschkamp)

"Unsere" Sylvia Illberger ist Mitglied des Betreuer-Teams. Nach der Ausbildung wechselte sie zum Studium an der Hochschule Bochum.

„Unsere“ Sylvia Illberger (rechts am Auto) ist Mitglied des Betreuer-Teams. Nach der Ausbildung in Lüdinghausen wechselte sie zum Studium an die Hochschule Bochum. Bei Rüschkamp arbeitet sie jetzt als freie Mitarbeiterin, mit ihrem Wissen erhöht sie unsere Service-Kompetenz im Elektroauto-Bereich. Außerdem arbeitet sie weiterhin als Promotorin auf Fachmessen und bei E-Mobil-Events.

Selbstverständlich freuen wir uns im Hause Rüschkamp, dass Sylvia Illberger zum erfolgreichen Team aus Bochum gehört. Sie schickte uns den folgenden Bericht:

40 Teams aus 20 Ländern der Welt, 3000 km durch Australien, von Darwin nach Adelaide in 6 Tagen (18.-24.10.15) nur von der Kraft der Sonne angetrieben. Das ist die „World Solar Challenge“.

Die Teilnehmer konnten sich in diesem Jahr, mit ihren Fahrzeugen, in drei verschiedenen Klassen anmelden. In der „Challenger Class“, der Hauptklasse mit den flachen, oft als Tischtennisplattenfahrzeuge bezeichneten Autos, der „Adventure Class“ in der sich die Fahrzeuge versammeln, die die Grenzen der Möglichkeiten ausreizen, da sie nur wenigen strengen Regeln unterliegen und zu guter Letzt in der „Cruiser Class“, in der die Fahrzeuge mit vier Rädern und mindestens zwei Sitzplätzen versuchen eine möglichst hohe Alltagstauglichkeit zu erreichen. Doch neben dem Rennen ist ein besonders schöner Aspekt, der die World Solar Challenge seit jeher ausmacht, die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt unter den Teams und die internationalen Bekanntschaften die während der gemeinsamen Zeit in Australien entstehen. Denn in erster Linie fahren die Teams gegen das Wetter und die eigenen Grenzen.

Auch das Team der Hochschule Bochum nahm in diesem Jahr wieder mit einem neuen, selbst entwickelten und selbst gebauten Fahrzeug an der Weltmeisterschaft der Solarautos teil. Wie bereits in den Jahren zuvor standen bei den Bochumern erneut Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit ganz oben auf dem Plan für das Design des Fahrzeugs. Und so entstand der „ThyssenKrupp SunRiser“, der in der Cruiser Class startete.

Insgesamt gingen bei der diesjährigen „Bridgestone World Solar Challenge“ 11 Cruiser Class Teams an den Start, allerdings beendeten nur 5 von ihnen das Rennen plangemäß in Adelaide, ohne auf die Hilfe des Anhängers zurückgreifen zu müssen. In der Cruiser Class geht es nicht allein darum die höchste Geschwindigkeit mit dem geringsten Energieverbrauch zu erzielen, auch die Alltagstauglichkeit/ Praktikabilität und die gefahrenen Personenkilometer werden in die Gesamtwertung mit einbezogen. Das macht die Berechnungen der Strategie entsprechend komplex. Das Team der Hochschule Bochum konnte in diesem Jahr leider nur den dritten Platz an Stelle des erhofften ersten erringen, auch wenn sie bei den gefahrenen Personenkilometern und der Praktikabilitätswertung auf Platz zwei, vor dem Team von Kogakuin aus Japan lagen. Da die Japaner als erste über die Ziellinie fuhren gewannen sie die meisten Punkte in der Zeitwertung, das brachte ihnen in der Gesamtwertung letztlich den zweiten Platz hinter dem niederländischen Team aus Eindhoven, die in Praktikabilität und Personenkilometern ganz vorne lagen und nur einige Minuten nach den Japanern durchs Ziel rollten. Somit ging der Weltmeistertitel wie schon bei der letzten World Solar Challenge 2013 an die Niederländer. Das Konzept von Stella Lux, wie das Fahrzeug der Eindhovener heißt, ist allerdings im Punkt Alltagstauglichkeit nicht ganz einfach mit dem des ThyssenKrupp SunRiser aus Bochum zu vergleichen, da Stella Lux als viersitziger Familienwagen und der SunRiser als rassiges Sportcoupé entwickelt wurde. Doch der SunRiser überzeugte und wurde schnell zum Juryliebling. Als Zeichen hierfür erhielt er den „Judges Commendation Award“.

Was den ThyssenKrupp SunRiser auszeichnet, ist nicht nur seine ansprechende, sportliche Form, die dem Betrachter schon von außen ein unvergleichliches Fahrvergnügen verspricht. Auch die Energieeffizienz, die zahlreichen Komfortsysteme und das qualitativ hochwertige Interieur des Wagens sind in dieser Form, in einem Solarauto, weltweit einzigartig.

Zusatzinfo: Die erste World Solar Challenge fand 1987 mit nur einer Rennklasse, (Tischtennisplatten Fahrzeugen) der Challenger Class und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 67 km/h statt. Ursprünglich war die Strecke 4052 km lang, von Sydney über New South Wales bis Perth. 

Bei der Tour de Ruhr der ISOR und beim Ruhrsymposium – beides von Rüschkamp gefördert – waren alle Generationen von Fahrzeugen der Hochschule Bochum dabei.

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