Seine Beschleunigung lässt selbst gestandene Sportwagen alt aussehen – aber: hat man d a s nötig?

Nachdem ich über dreißig Jahre lang die Welt durch einen Stern betrachtet hatte, habe
ich mir im September 2012 meinen Volt zugelegt.

Chevrolet Volt

Chevrolet Volt

Als Sachverständiger für die Verkehrswertermittlung von Immobilien bin ich häufig im
Nahbereich unseres Büros unterwegs und habe zwischen meinen Fahrten ebenso oft im Büro zu arbeiten. Daher kann ich meinen Volt auch tagsüber nachladen, sodass ich mein Tagespensum eigentlich immer „unter Strom“ zurücklege. Dennoch bin ich froh über die Sicherheit, gelegentlich auf den Generator zurückgreifen zu können. Längere Fahrten, unvorhergesehene Terminänderungen etc. sind daher kein Problem, ebenso die im Winter deutlich verkürzte Reichweite des Akkus. Der Volt ist mein „every-day-car“.
Einige Erfahrungswerte aus dem Betrieb der vergangenen 12 Monate:
1 Batterieladung benötigt ca. 15-16 kWh, ausreichend für 40km bei -10 Grad oder 75 km
bei 25 Grad Außentemperatur.
Für die seitdem zurückgelegten rd. 15.600 km habe ich 3.580 kWh Strom und 125 ltr.
Benzin verbraucht, d.s. im Mittel 23 kWh Strom + 0,8 ltr. Benzin auf 100 km.
Seit März 2013 sind es bei den geradezu idealen Bedingungen des vergangenen Sommers rd. 6.500 km mit 640 kWh Strom + 5,2 ltr Benzin auf 100 km, d.s. im Mittel 10 kWh Strom + 0,08 ltr. Benzin auf 100 km.
Aus den sensationellen Sommerwerten folgt allerdings auch, dass die Werte im Winter
ebenso deutlich vom Jahresdurchschnitt abweichen.
Auf die gelegentlich in der Innenstadt anzutreffenden Stromzapfstellen greife ich wegen der Generator-Option nicht zurück. Es wäre mir einfach unpraktisch.
Fahrspaß: Im Stadtverkehr fällt der Volt allenfalls dadurch auf, dass seine
Beschleunigung selbst gestandene Sportwagen alt aussehen lässt – aber: hat man d a s
nötig?
Auf der Autobahn jenseits der 130 km/h steigt der Verbrauch rapide an. Da ist Geduld
angesagt, wenn man auf Reichwerte Wert legt.
Fahrverhalten: Fährt man in der geradezu genialen Stufe „L“, kommt man nach ein
wenig Übung fast vollständig ohne das Bremspedal aus. Die extrem wirksame
Motorbremse funktioniert gleichzeitig als Dynamo, sodass der Akku wieder aufgeladen
wird.
Fazit: Der Volt ist ein optisch ansprechendes Auto, die Technik ist ausgereift und
absolut alltagstauglich. Die Mehrkosten in der Anschaffung werden über das Autoleben bereits unter den heutigen Kostenbedingungen leicht wieder eingespielt. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist optimal. Es gibt also keinen Grund mehr, ein Auto im Antiquariat zu erwerben.
Schade, dass Chevrolet/Opel es nicht verstanden haben, ihre Vorreiterrolle und ihren
Erfahrungsvorsprung im öffentlichen Bewusstsein besser präsent zu machen.
Stattdessen tun jetzt andere so, als hätten sie die e-Technik erfunden…

B. A. aus D. (Foto: Rüschkamp-Archiv)

 

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